Für eine mehrjährige Verzögerung in der Planung des S4-Ausbaus habe die Forderung von Behinderten- und Sozialverbänden geführt, die S-Bahnen bei vier Gleisen außen fahren zu lassen, weil Außenbahnsteige für Behinderte über Rampen zugänglich sind, statt wie von der Bahn vorgesehen auf innen liegenden Bahnsteigen mit Aufzügen.
In diesem Positionspapier kommt Puchheim nur in der Anlage 4 zur Barrierefreiheit vor, als eine der 15 nicht barrierefreien Stationen bei 150 Stationen im gesamten Münchner S-Bahn-Netz. Über die Realisierung der Barrierefreiheit der nicht barrierefreien Stationen, also auch in Puchheim, einer der stärksten genutzten Stationen an der S4, gibt es keine Angaben.
Angesichts dieser Feststellungen ist man geneigt, dem Grünen-Sprecher Martin Runge zu folgen. Er fragt provokant, ob der Brucker CSU-Landrat „einen schlimmen Aussetzer“ hatte oder gar nicht dabei war, als das Papier beschlossen worden ist.
Nach dem Artikel in der SZ will der Landrat die Jahreszahl 2040 nicht als geplanten Fertigstellungstermin für den Ausbau der S4 verstanden wissen. Sie beziehe sich vielmehr „auf eine Vision für den gesamten Bahnknoten München“. Umso schlimmer: Im Positionspapier wird eine Vision erst für das Jahr 2050 entworfen:
Die S-Bahn München fährt auf eigenen, zweigleisigen Strecken – ohne Mischbetrieb mit Regional-, Fern- und Güterverkehr. Alle Strecken sind elektrifiziert. Alle Bahnsteige und alle Fahrzeuge sind vollständig und dauerhaft barrierefrei erreichbar. 😘
Dr. Reinhold Koch
